Wie die Essstörung meine Urlaube boykottierte

Gerade sitze ich über meinem Koffer und packe für 2 Wochen Urlaub in Dubai.
Immer wieder blitzen Erinnerungen an meine letzte, weitere Reise nach China auf. Diese Reise sollte vor 4 Jahren etwas ganz Besonderes sein. Sie führte uns durch ganz Yunnan und wir haben unglaublich viele Orte und Menschen kennengelernt.
Doch gleichzeitig ging es mir so schlecht wie ewig nicht mehr. Ich steckte tief in der Magersucht und bemerkte es nicht einmal.

Klick zum Video:Reisen mit Essstörung

Anstatt mich über die vielen Erlebnisse zu freuen, lebte ich in meinem Kopf, war ständig erschöpft, oft gereizt und viel zu schlapp, für diese wirklich anstrengende Reise. Wir wanderten in die Schlucht, in der der Jangtse entspringt, gefolgt von heftigen Aufstiegen und Bergwanderungen. Mehrmals überkam mich der Gedanke: „Ich weiß nicht, wie ich wieder heil in der Unterkunft ankommen soll… Ich habe keine Kraft mehr.“ Doch anstatt wenigstens einen Energieriegel zu essen, versuchte ich mir zu beweisen, wie „stark“ ich war. Ich war tatsächlich stolz und geriet zudem noch in einen inneren Vergleich mit einer Mitreisenden, die meist recht wenig aß, was mich noch zusätzlich triggerte. Am Ende des Urlaubs hatte ich merklich abgenommen und die Freude darüber war größer als über all das Gesehene und Erlebte.

Im Nachhinein kann ich immer noch nicht glauben, wie viel von dieser unglaublich wertvollen Reise mir durch die Essstörung verloren gegangen ist. Ich hatte viel Geld investiert, um unglaubliche Erfahrungen zu machen. Doch am meisten hängen geblieben ist mir bis heute das dauernde Gefühl von Hunger, Gedankenkreisen, Müdigkeit und Schwäche (auch wenn ich das damals für Stärke hielt).

In meiner Recovery habe ich mir geschworen, nie wieder eine Reise so an die Magersucht zu vergeuden. Ich möchte mich nicht daran erinnern, was ich NICHT getan oder gegessen habe, sondern an all die Dinge, die ich erlebt habe – mit vollem Bewusstsein, Herz und Genuss.
Reisen war mir schon immer extrem wichtig und dank meiner Recovery habe ich nun endlich die Chance, dieser Leidenschaft unbeschwert nachzugehen. Wenn ich dabei zunehmen sollte, zeigt es nur, dass ich wirklich gelebt habe.

💭 Vom Ausleben welcher Leidenschaft hält dich deine ES bisher noch ab?

Wenn auch du dein Leben endlich frei und unbeschwert von der Essstörung leben möchtest und dir Unterstützung wünschst, dann schreib mir gern oder buche dir ein kostenloses Kennenlerngespräch.

 

Alles Liebe

Romy

Nicht mehr so krank, aber auch noch nicht gesund? Hier erfährst du, ob du in der Quasi Recovery stecken geblieben bist:

Was ist Quasi-Recovery?

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top