Wer bin ich ohne meine Essstörung?

Kennst du diesen Gedanken?
Ein Teil von dir möchte die Essstörung loslassen, möchte gesund werden.
Doch dann schießt dir diese Frage in den Kopf und eine Leere tut sich auf. Ein tiefer Abgrund voll Nebel und Ungewissheit lässt dich gleich wieder zurückschrecken. Umso länger du bereits mit der Essstörung durch dein Leben gehst, desto tiefer hat sie sich eingegraben und desto größer und unüberwindbarer erscheint der Graben.
In den ersten Monaten oder Jahren weißt du wahrscheinlich noch gut, wie dein Leben vor der Krankheit war, doch umso länger sie dich begleitet, desto mehr scheint sie ein Teil von dir zu werden, bis du irgendwann glaubst du und die Essstörung wären eins. Und mit jedem Lebensjahr welches verstreicht, verlierst du die Hoffnung auf Heilung.
Du beginnst dich an die Essstörung zu krallen wie an einen Rettungsanker, um bloß nicht in die große Leere zu schauen, die die Frage nach dem „Wer bin ich ohne meine Essstörung“ aufgetan hat.

Du bist nicht dein Glaubenssatz!

Auch ich habe früh angefangen mir ein Bild davon zu machen, wer ich vermeintlich bin.
Bereits in der Schule bekam ich den Spitznamen „Psychotussi, weil meine Arme meine inneren Verletzungen nach außen trugen.
Lehrer sprachen mich auf dem Schulflur mit den Worten: „Romy, lach doch mal!“ an. Und selbst zu Hause fühlte ich mich wie ein Alien, der keine Freude empfinden konnte und nicht zum Rest der Familie gehörte.
Ich glaubte aus tiefster Seele, dass ich eben einfach ein trauriger Mensch sei, der möglichst bald wieder von der Erde verschwinden müsste. Damals dachte ich nicht, dass ich je meinen 18. Geburtstag erleben würde….

Und doch stehe ich heute hier, stärker, glücklicher und zufriedener mit mir und meinem Leben als je zuvor.
Wie ich hier hingekommen bin?
Indem ich mir zu Beginn meiner Recovery erlaubt habe in den Krater der Leere zu blicken und die Frage, wer ich ohne meine Essstörung bin umzudrehen:

„Wer möchte ich sein, wenn ich die Essstörung loslasse?“

Diese Frage änderte alles. Auf einmal hatte ich nicht mehr das Gefühl meine Identität zu verlieren. Es war viel mehr so, als hätte man mir die Chance gegeben, eine völlig neue Identität zu erschaffen. Ich fühlte mich wie ein Kind vor einem weißen Blatt Papier, dem man einen Haufen Buntstifte gegeben und alle alten Gedanken und Glaubenssätze kurzfristig weggenommen hätte.

Erlaube dir zu träumen

Und während ich mich mit dieser völlig neuen Frage konfrontiert sah, erlaubte ich mir zu träumen. Ich suchte mir Bilder aus meiner frühsten Kindheit heraus, an die ich mich zwar nicht mehr genau erinnern, aber auf deren Bildern ich noch ganz unbeschwert und zufrieden an meinem Eis schlecken und voll Ehrfurcht die Elefanten im Zoo beobachten konnte.

Immer mehr Bilder tauchten vor meinem inneren Auge auf:
Meine Oma, wie sie mir Schokoladenpudding kochte, den ich auf der Couch zum Frühstück löffeln durfte.
Meine anderen Großeltern, wie sie mich in einer Bettlaken-Schaukel durchs Wohnzimmer schwangen.
Ich bemerkte: Irgendwo in mir gab es diese unversehrte Romy, die nichts mit der traurigen, selbstzerstörerischen Version, die ich meine Identität nannte, zu tun hatte.
Und mit dieser kleinen Romy an der Seite, setzte ich mich vor mein leeres Blatt Papier und wir begannen uns zu fragen, wer wir wirklich sein wollten.

Recovery Vision Board

Doch gerade, weil der essgestörte Anteil in uns am Anfang noch sehr laut ist und keinesfalls möchte, dass wir auch nur einen Schritt in ein gesünderes Leben gehen, ist es wichtig, diese Erkenntnisse festzuhalten wie einen Schatz.
Und so begann ich mir aufzuschreiben, wohin die Reise gehen sollte. Ich gestaltete mir meine Version des Vision-Boards mit dem inneren Bild von mir, wie ich zukünftig sein wollte.
Darauf stand zum Beispiel, wie ich mich fühlen wollte (voll innerer Leichtigkeit und frei), wie ich mit mir umgehen wollte (fürsorglich und liebevoll) und welche Glaubenssätze meine Alten ersetzen sollten.
Ich erkannte, dass es nicht zu spät war, die Verantwortung für mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und endlich das daraus zu machen, was ich wollte.

Rückblickend ist meine Recovery die größte Chance in meinem Leben geworden.
Ich bin nicht nur nach über 20 Jahren mit der Essstörung endlich gesund geworden, sondern habe auch alle anderen Bereiche meines Lebens hinterfragt und verändert – vom Job bis hin zu den Beziehungen, die ich führe.

Was ich dir damit sagen möchte ist: Egal wie lange du bereits mit der Essstörung lebst und wie viel Angst du hast sie loszulassen. Du hast jeden Moment die Möglichkeit einen Schritt in die Richtung zu gehen, die dich deinem gesunden Ich und einem glücklichen und erfüllten Leben näher bringt. Es ist nicht zu spät und es lohnt sich so sehr!

Sehr gern begleite ich dich auf deinem Weg! 🌸

Übung

Stell dir vor, du wachst morgen auf und hast vergessen, wer du bist.
Alles, was du hast, ist dieses leere weiße Blatt und die bunten Stifte.
Wie möchtest du dein Leben malen?
Welche Farben soll es haben?
Wie riecht es?
Wie schmeckt es?
Wie fühlt es sich an?
Was tust du?
Mit wem bist du zusammen?

Unterstützende ätherische Öle:
Wenn du dir wünschst wieder besser mit deinem inneren Kind und deinen Träumen in Kontakt zu kommen, dann empfehle ich dir die folgenden ätherischen Öle zur Unterstützung:

Romy Hörbe

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