Wenn du denkst, deine Essstörung macht dich besonders …
…. dann hast du nur noch nicht erkannt, WIE einzigartig du bist!
Ich dachte lange Zeit, ich könnte nichts wirklich gut und wäre nur besonders, wenn ich es schaffe, mich so dünn wie möglich zu halten. Hungern, mich zum Sport zu disziplinieren und so „gesund“ wie möglich zu essen waren nach 14 Jahren, in denen ich mich zwischen Hungerphasen, Essanfällen mit Abführmittelmissbrauch und Bulimie völlig außer Kontrolle fühlte, die Bestätigung dafür, doch gut in etwas zu sein.
Ich fühlte mich besonders, weil ich als einzige in die extrem rabattierten Mini-Hosen passte.
Ich fühlte mich überlegen, wenn ich Salat bestellte und als Einzige nicht in die Süßigkeitenschale auf dem Partytisch griff.
Ich fühlte mich diszipliniert, wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag abends noch mein Sportprogramm durchzog.
Und ich fühlte mich einsam und nur noch wie eine Hülle meiner selbst.
Mein Lachen war aufgesetzt und meine innere Unsicherheit strahlte lauter nach außen, als mir damals bewusst war.
Ich war verurteilend mir selbst und anderen gegenüber und etwas in meinem Inneren flüsterte: „Das bist nicht du!“
Wie recht diese Stimme hatte. 😌
Was ich mir am meisten wünschte, waren Mitgefühl, Selbstliebe, Leichtigkeit und Lebensfreude. Ich wollte mich endlich so annehmen können, wie ich bin. Und auch wenn diese Stimme in mir nicht sehr laut war, so war sie doch da.
Was, wenn deine „Schwächen“ in Wahrheit deine Stärken sind?
Selbstannahme bedeutet, sich selbst mit all seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren und liebevoll anzunehmen. Für mich bedeutete es auch, Eigenschaften, die ich als Schwächen definiert hatte, als meine ganz individuellen Stärken zu erkennen.Früher lehnte ich insbesondere meine Sensibilität ab, weil man mir immer wieder sagte, ich müsse härter werden. Doch irgendwann erkannte ich, dass genau diese Sensibilität meine Stärke ist. Durch sie kann ich anderen einfühlsam helfen und ihnen ein Vorbild sein. Diese Sensibilität erlaubt es mir, meine Coachees sowohl behutsam als auch klar auf ihrem Weg zu unterstützen.
Mit der Entscheidung, meine Essstörung loszulassen, begann ich mehr und mehr zu meinem wahren Selbst zu finden.
All das, was ich an mir ablehnte und mit der Essstörung kompensierte, habe ich inzwischen akzeptieren (und manches sogar lieben) gelernt. Heute bin ich einfach nur ich. Eine Frau, die begriffen hat, dass sie so viel mehr ist, als ihre Hülle und die Schicht für Schicht mehr zu ihrem wahren Kern vordringt, der 20 Jahre vergraben war.
💭 Was macht dich wirklich besonders? Pssst, 🤫 meist ist es genau das, was für dich ganz selbstverständlich ist 😉
Alles Liebe
Deine Romy




