Schönheitsideale heute und damals

Neigst du dazu, dich zu vergleichen?

Und wenn ja, mit wem vergleichst du dich dann? Wahrscheinlich mit den aktuellen Schönheitsidealen und dem, was du bewusst und unterbewusst immer wieder angezeigt bekommst, sei das auf Instagram, im Fernsehen, auf Netflix oder an großen Werbetafeln in jedem Laden. Vielleicht hältst du auch immer nach der dünnsten Frau im Raum Ausschau und im Fitnessstudio sind es nicht deine schwitzenden Mittrainierenden, sondern die durchtrainierte Trainerin persönlich, die deine volle Aufmerksamkeit bekommt.

Das ist ganz normal und menschlich, denn wir wurden von klein auf darauf „programmiert“. Wir alle haben einen Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit und diese ist bedroht, wenn wir vermeintlich anders sind als der Rest. Also wollen auch wir uns anpassen, um dem (völlig verschobenen) gesellschaftlichen Ideal so gut es geht zu entsprechen.

Schon die Disney Figuren hatten klare Merkmale, die uns bereits in der Kindheit vermittelt haben, was erstrebenswert ist. Wer wollte nicht gern wie Prinzessin Jasmin oder Arielle aussehen, mit ihrer unmenschlich dünnen Taille und den langen Haaren!? Und selbst wenn das nicht unser Fokus war, so haben wir doch schnell gelernt, dass die Bösewichte fett, ungepflegt und hässlich sind. Ich kenne niemanden, der zum Fasching gern als Ursula gegangen ist …

Daher fällt es uns auch heute oft schwer, unseren normalen, gesunden Körper zu akzeptieren. Wo hat man diesen schließlich repräsentiert bekommen (wenn man nicht gerade am FKK-Strand unterwegs war?)
Das führt schnell zu Selbstzweifeln, Unsicherheit und der Ablehnung unseres gesunden und völlig natürlichen Körpers.

Perspektivwechsel

Doch wenn wir, so wie ich letzte Woche, mal in eine Gemäldegalerie gehen, so kann sich das verschobene Schönheitsbild auf einmal in eine völlig andere Perspektive rücken. Frustriert vom Shopping, war der zweistündige Besuch der “Alten Meister” in Dresden eine echte Wohltat für mein doch etwas angekratztes Körperbild. Recovered zu sein bedeutet nicht, nie einen Bad Body Image Tag zu haben. Die gibt es und das ist ok, denn es führt inzwischen nicht mehr dazu, dass ich essgestörte Verhaltensweise nutze, um meinen Körper daraufhin zu verändern. Dennoch kann es am Selbstwertgefühl nagen, wenn man keine einzige Hose in seiner Größe über die Beine bekommt.

Doch der Besuch der Gemäldegalerie hatte einen erstaunlichen Effekt auf mein Gemüt. Beim Schlendern durch die Bilder und Skulpturen der damaligen Schönheiten (Hallo Venus und Aphrodite), spürte ich, wie sich alles in mir entspannte. Diese Frauen, die mich über drei Etagen von meterhohen Wänden anschauten, galten als die schönsten ihrer Zeit. Ihnen gemeinsam war, dass sie wunderbar weiblich aussahen, mit kleinem oder größeren Bäuchlein, Cellulite, strammen Beinen und Doppelkinn.
„Wie würden wir wohl heute über uns denken, wenn wir mit diesen Schönheitsidealen aufgewachsen wären?“ schoss es mir durch den Kopf.

„Wie würden wir wohl heute über uns denken, wenn wir mit diesen Schönheitsidealen aufgewachsen wären?“

Zurück im Hotel erhaschte ich abends einen Blick in den Spiegel und ein tiefer Frieden erfüllte mich. Was ich jetzt im Gegensatz zum Spiegel in der Umkleide am Nachmittag sah, umgeben von all den Topmodels, hatte ganz viel von dem, was ich gerade in der Galerie gesehen hatte: Mein kleines Bäuchlein, meine Oberschenkel, die zuvor nicht in die Hosen gepasst hatten, all das war plötzlich ganz normal und überhaupt nicht mehr schlimm. Nicht, weil sich mein Körper verändert hat, sondern mein Blick auf mich selbst.

Manchmal brauchen wir einen Spiegel, der uns hilft, die Gedanken unseres essgestörten Selbst, wieder einzufangen – sei das in einer Gemäldegalerie, oder mithilfe eines Coaches. Ich zeige dir, wie auch du die Beziehung zu deinem Körper heilen und nachsichtig mit dir selbst werden kannst.

Ich weiß, was es bedeutet, den Spiegel einschlagen zu wollen, weil du nicht ertragen kannst, was du dort siehst. Wenn ich es geschafft habe, eine Beziehung zu mir und meinem Körper aufzubauen, die auf Akzeptanz und Selbstmitgefühl beruht, dann kannst auch du es lernen! Mein Herzensanliegen ist es, dich dabei zu begleiten. Schreib mir gern, wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg wünschst!

Alles Liebe

Romy

Nicht mehr so krank, aber auch noch nicht gesund? Hier erfährst du, ob du in der Quasi Recovery stecken geblieben bist:

Was ist Quasi-Recovery?

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